Die Flamencogitarre - eine Gitarre mit besonderer GeschichteDer Flamenco gehört zu Spanien wie die Sonne, das Meer und der Stierkampf. Der traditionelle Tanz hat eine sehr lange Geschichte und ebenso lange gibt es die Flamencogitarre. Diese besondere Gitarre unterscheidet sich in vielen Aspekten von einer klassischen Gitarre, denn sie muss dem einzigartigen Rhythmus und der Leidenschaft des Flamenco gerecht werden. Zwar gibt es diese speziellen Gitarren heute in jedem gut sortierten Musikfachgeschäft zu kaufen, wer jedoch eine authentische Flamencogitarre besitzen möchte, lässt sie in Spanien fertigen.

Der Flamenco – mehr als nur ein Tanz

Der Flamenco steht für die Musik Spaniens, aber das war nicht immer so. Ursprünglich stammt der leidenschaftliche und doch so schmerzvolle Tanz von den „Gitanos“, den Roma aus Andalusien. Viele Jahrhunderte lang war es verboten, den Flamenco zu tanzen, erst spät gewannen der Tanz sowie die Begleitung durch die Gitarre an Bedeutung. Die Spanier nennen den Tanz „el baile“ und er wurde lange Zeit vor allem in den kleinen Cafés ohne Gitarrenbegleitung nur von Frauen getanzt. Das Gitarrenspiel, genannt „el toque“, kam erst in den 1930er Jahren dazu. Bis heute gibt es zwei unterschiedlichen Formen des Flamenco. Zum einen der private Flamenco in einem Hinterzimmer, wo eine Roma-Hochzeit gefeiert wird und den öffentlichen Flamenco in den Lokalen an den Flaniermeilen der großen Städte. Der private Flamenco kann sich die ganze Nacht hinziehen, bei großen Feiern sogar 24 Stunden.

Was macht die Flamencogitarre so besonders?

Die Flamencogitarre ist deutlich kleiner und leichter als eine klassische Gitarre. Zudem sind die Wandstärke der Decke, die Zargen wie auch der Boden dünner. Das macht den Klang dieser Gitarre leidenschaftlicher, intensiver und feuriger. Die Lautstärke ist größer und im Vergleich zur normalen Gitarre auch direkter. Der Flamencogitarrist spielt nicht einfach nur auf den Saiten, er benutzt die Gitarre als ganzen Klangkörper. Beim Flamenco gibt es die typische Schlagtechnik gegen das Instrument. Um Schäden an der Decke der Gitarre zu vermeiden, ist am Schallloch ein sogenannter Golpeador angebracht. Dabei handelt es sich um eine Art Schlagschutz, eine dünne, aber robuste Schicht aus transparentem Kunststoff.

Gibt es Hilfsmittel für die Flamencogitarre?

Ganz typisch für die Flamencogitarre ist zudem ein Kapodaster, ein Hilfsmittel, das es möglich macht, sich der Stimmlage des Sängers oder der Sängerin anzupassen. Ein Kapodaster ist ebenfalls notwendig, um bestimmte Klangfarben zu erzeugen. Mit diesem besonderen Hilfsmittel ist es möglich, sich fast jeder beliebigen Tonartenerhöhung anzupassen, ohne dass der Gitarrist dabei die Fingersätze ständig ändern muss. Der Kapodaster verkürzt die schwingende Länge einer Saite und lässt sie damit höher klingen. Gute Flamencogitarristen nutzen den Kapodaster auch für Dehnübungen der Finger. Das macht es ihnen bei späteren Spiel einfacher, die Finger zu strecken und zu spreizen.

Fazit zur Flamencogitarre

Die Flamencogitarre ist das Instrument, was die orientalische mit der andalusischen Musik perfekt vereint. Wo immer die Roma im Laufe ihrer langen und leidvollen Geschichte auftauchten, haben sie den Flamenco getanzt und damit ihrem Leid Ausdruck verliehen. Der Flamenco kennt keinen festen Takt, seine Töne liegen oft jenseits der bekannten Tonleiter und jeder Tanz ist individuell. Wer lernen will, wie man die Flamencogitarre richtig spielt, muss bereit sein, sich auf ein musikalisches Abenteuer einzulassen.

Beitragsbild: @ depositphotos.com / javiindy

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