Die türkische Gitarre hat eine sehr lange Tradition.

Bei archäologischen Ausgrabungen wurde vor kurzem sogar eine 3500 Jahre alte Gitarre gefunden, die vom Spiel-Prinzip und der Form den heutigen Saiteninstrumenten sehr ähnlich war.

Türkische Gitarre - Saz

Besonderheiten der Türkischen Gitarre

Saz nennt man eine Gruppe von Langhalslauten, die man im Westen als türkische Gitarre mit einem Begriff bezeichnet. Gemeinsam haben diese gitarrenähnlichen Instrumente ihren Birnenförmigen Korpus an dem ein langer Hals befestigt ist.

Wie eine Konzert- oder Westerngitarre besitzt die türkische Gitarre meistens sechs oder sieben Saiten. Es gibt aber auch Varianten der türkischen Gitarre, die zum Beispiel nur drei Saiten haben. Eine Besonderheit sind die flexiblen Bundstege, die man an die gewünschte Position verschieben kann und somit die Stimmung ändern kann. Das benötigt allerdings ein gutes musikalisches Gehör und etwas Erfahrung im Umgang mit der türkischen Gitarre. Hier sollte man sich als Anfänger Rat bei einem Experten oder speziellen Lehrer für türkische Gitarren suchen.
Je nach Unterart der Saz variieren Größe von Korpus und Halslänge. Die meist verbreitetste Langhalslaute ist die Baglama. Sie besitzt eine durchschnittliche Größe im Vergleich zu anderen Langhalslauten.

Im gesamten Vorderasiatischen Gebiet bis hinein in den europäischen Balkan gibt es viele verschiedene Variationen der Saz. Dennoch sind diese hierzulande, wenn überhaupt, oft ebenfalls nur als türkische Gitarre bekannt.

Türkische Gitarre in der modernen Musik

In der zeitgenössischen Musik der letzten hundert Jahre werden die türkischen Gitarren meist als Begleitinstrument in volkstümlichen Stücken verwendet. Zum Spielen benutzt man heut zu Tage größtenteils ein Plektrum, während früher auch gerne mit den Fingern getippt und gezupft wurde oder mit einem Bogen darüber gestrichen wurde, wie man es bei Streichinstrumenten macht.

In der türkischen Rockmusik gibt es auch elektrische Formen der Saz. Hierbei gibt es zwei Arten von E-Saz. Bei der ersten handelt es sich um eine normale Saz, die mit einem Tonabnehmer ausgestattet ist. Bei der zweiten Variante ist die Saz einer E-Gitarre nachempfunden und besitzt ein vergleichbares Tonabnehmersystem wie diese.